Besondere Orte

Lukaskirche

Die Lukaskirche in Wörsdorf, unverkennbar ein weit sichtbares Bauwerk in der Mitte der Gemeinde und Zentrum des „alten“ Wörsdorfer Ortskerns, ist sicher ein Wahrzeichen für unsere Gemeinde.

Gemessen an anderen Kirchenbauten ist die Lukaskirche noch gar nicht so alt: 1736/37. An demselben Standort befand sich bereits vorher ein ca. 400 Jahre altes Kirchengebäude, über dessen Bau und Schicksal man nicht viel weiß und das sicher vor allem  im dreißigjährigen Krieg sehr gelitten hatte. Es war einfach baufällig  und stand wohl kurz vor dem Einsturz, Dies stellte jedenfalls der seinerzeitige  „Generalsuperintendent“ und herrschaftliche Baumeister Friedrich Joachim Stengel in seinem Gutachten fest. Der alte Bau hat  aber Baumaterial für die neue Lukaskirche geliefert;  einziger erhaltener Rest dürfte der Chorbereich sein. Eingeweiht wurde sie am 11. Sonntag nach Trinitatis, dem 1.September 1737. Wer der für den Neubau verantwortlichen Baumeister war, ist nicht mehr bekannt. Es kann vermutet werden, dass auf standardisierte Pläne für den Kirchenbau zurückgegriffen wurde. Die Baustruktur als Saalkirche und den Architekturdetails weisen jedenfalls darauf hin, denn die Ähnlichkeit mit anderen  Kirchen der Barockzeit im nassauischen Raum ist unverkennbar.

Quelle: Festschrift zum 275 jährigen Jubiläum der Lukaskirche, hrsg. vom Kirchenvorstand der Gemeinde, November 2011

PN 1.10.2021

Friedenskirche Nikolaus-von-Flue

Im Jahr 1806 gestand Fürst Georg von Nassau den römisch-katholischen Untertanen der Stadt Idstein gnädigst die Ausübung des Gottesdienstes zu, nach Reichsdeputationshauptschluss 1803 der katholischen Kurfürstentümer Mainz und Trier. 1827 wurde das Bistum Limburg errichtet und Idstein als Pfarrei in der Gründungsurkunde erwähnt. 1828 wurde Wörsdorf, bei der Begrenzung der Pfarrbezirke, Idstein zugeteilt.

1945 nach dem 2. Weltkrieg stieg die Zahl der katholischen Christen durch Zuzug von Heimatvertriebenen aus Schlesien, Ostpreußen, dem Sudetenland und Ungarn stark an. 1958 wurde die Teilnahme an Gottesdiensten in der katholischen Pfarrkirche Idstein sonntäglich durch Postbusse aus den zehn Außenorten der Pfarrei ermöglicht.

1959 bis zur Einweihung am 08.12.1962 wurde die Nikolaus-von-Flüe Friedenskriche von dem Architekten, Herrn Prof. Johannes Krahn, Frankfurt/M., mit „Herz und Seele“ geplant (ebenso Unionskirche, Idstein) und mit hiesigen Handwerkern u. a. erbaut. Heutzutage sind eigentlich notwendige energiesparende Maßnahmen aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich, wie z. B. Bei den Weite und Helligkeit verströmenden, klassischen Fensterfronten. Die schlichte Gestaltung deutet mit starken Wänden aus zahlreichen Steinen ein Bild für die lebendige Gemeinde an. Die äußere Form des Daches schmiegt sich harmonisch an die geschwungene Taunus-Höhenlandschaft. Von dem sich innen nach Osten hin zu Wörsdorf öffnenden Portal neigt sich die Kirche am Altar in Demut, um darüber in Himmelsrichtung wieder emporzusteigen. Seit 1983 ergänzen 15 Bronze-Tafeln mit den Kreuzwegstationen Jesu Christi, an den Längsseiten angebracht, den lichten Kirchraum.

Wer war der Heilige Nikolaus-von Flüe? Geboren am 21.03.1417 in Sachsen, Schweiz. „Bruder Klaus“ genannt. Landwirt von Beruf, Ratsherr/Richter. Der Familienvater von 10 Kindern entsagte 1467 seiner Familie und den Ämtern, um sich in der damals mystischen Einsiedelei ganz Gott zu widmen. Als großer Friedensstifter gab er seine Gebete, Fürsprache und Rat, wurde so zum Schutzpatron der Wörsdorfer Friedenskirche. Er starb am 21.03.1487 in seiner Heimat und wurde am 15.05.1947 vom Vatikan heiliggesprochen. Wir finden in der Kirche Gebeinspartikel als Reliquie, die für Beistand, Fürsprache, Frieden in der Welt steht sowie sein Steinrelief.

Die Friedenskirche Nikolaus-von Flüe beinhaltet eine zweifache Gedenkstätte:

  • Für die Heimatvertriebenen, zum Gedenken an die Opfer der Kriege in der Ferne, mit dem Mahnmahl des dunklen, großen Holz-Kreuzes.
  • Anlässlich des tödlichen Unfalls von Bischoff Dr. Ferdinand Dirichs, am 27.12.1948 auf der nahen Autobahn A3, als Gedächtnis für alle Verkehrsopfer.

Die Kirche war bis 1967 als Autobahnkirche angedacht, was jedoch verworfen wurde. Das Holz-Kreuz und die Gedenktafeln sind im Außenbereich in Richtung Autobahn zu finden.

In 15 Glasbaustein-Nischen am Eingang befindet sich seit 1983 jeweils die Erde aus den unterschiedlichsten Kriegskisengebieten in der Welt. Seit dem Jahr 2000 hat Wörsdorf ein Pfarrheim als Erweiterung zum Kirchenbau. Hier finden Bibelkreise, Musik-, Kinder-, Jugendgruppen etc. und der Altenclub (1968 gegründet) statt.

2017 fusionierten die hiesigen Kirchorte zu einer Pfarrei St. Martin Idsteiner Land und sind seitdem nicht mehr in Eigenständigkeit tätig.

Quellen: Persönliches Interview mit Herrn Pfarrer Lars Krüger am 29.05.2021 in Wörsdorf, Geschichte St. Nikolaus von Flüe (katholisch-idsteinerland.de) Festschrift „50-jähriges Kirchweihjubiläum Friedenskirche“ am 08.12.2012 (PDF-Datei), Buch „Wörsdorf im Wandel der Zeit“ 1990, Schulz-Kirchner Verlag

Autor/in: Evelyn Gallfuß

17.06.2021

Mariengrotte

Es ist ein beschaulicher Ort an dem die Mariengrotte in Wörsdorf, direkt hinter der denkmalgeschützten Katholischen Friedenskirche Nikolaus-von-Flue in Richtung des Bahnhofs zu finden ist.

Die anerkannte Fatima-Ordens Muttergottes wurde im Jahr 2013 aus dem Kirchort in Bechtheim kommend, nach dem Verkauf der dort ansässigen Dreifaltigkeits-Filialkirche (wo sie seit der Einweihung – etwa um 1965 – direkt im Eingangsbereich stand) als alte Reliquie und ein Vermächtnis neu angesiedelt. Es könnte sein, dass diese Muttergottesstatue damals von den gläubigen Christen, welche u. a. aus Schlesien kamen und auch die Bechtheimer Kirche errichteten, gespendet wurde und ursprünglich aus Portugal kam.

Ihr Platz befindet sich heute nahezu malerisch unter den seit mehreren Jahrzehnten in Wörsdorf im Kirchgarten wachsenden, großen Tannen. Die Statue steht quasi wie eingefügt in einer passenden, freien Nische und ist in Richtung Bechtheim ausgerichtet. Ortsansässige Wörsdorfer Baumeister hatten die steinerne Grotte für die Muttergottes in ehrenamtlicher Handwerkskunst und auf Spendenbasis errichtet. Dies geschah aus den Resten von der Sanierung und Renovierung der katholischen Kirche in Wörsdorf mit dem schönen Taunus Naturbruchstein aus Runkel an der Lahn.

Die Fatima Muttergottes hat natürlich keinen materiellen, dafür einen hohen ideellen Wert. Plexiglas und ein schmiedeeisener Rahmen schützen sie in der kleinen Grotte. Gläubige stellen gerne ewige Lichter und Blumen auf dem Sims vor der Muttergottes auf. Zwei ebenfalls gespendete runde Steinbänke laden die Besucher zum Verweilen in der Stille ein. Die Geschichte zu dem portugiesischen Ort Fatima und der Marienerscheinung ist folgende:

Am 13. Mai 1917 erschien sie in Portugal (monatlich am 13. Tag wiederkehrend) bei den drei zu diesem Zeitpunkt Schafe weidenden und inzwischen seelig gesprochenen Hirtenkindern Jacinta (7 Jahre alt), Francisco Marto (9 Jahre alt) und Lucia dos Santos (11 Jahre alt) und das bis zum 13. Oktober 1917. Fatima ist ein großer Wallfahrtsort in Portugal geworden. Die Muttergottes enthüllte den Kindern 1917 drei Geheimnisse als Hoffnungszeichen:

  1. Zur Zukunft Europas (wohl der 2. Weltkrieg).
  2. Zur Bekehrung des kommunistischen Russlands.
  3. Zur Zukunft der Kirche (missglücktes Attentat auf Papst Johannes II, das am 13. Mai 1981 verübt wurde).

Es geschah in einem spektakulären Sonnenphänomen als Prophezeihung in dem kleinen Ort, der etwa 130 km von Lissabon entfernt liegt. Alles wurde von der katholischen Kirche 1930 anerkannt. Nur Lucia dos Santos, die Cousine, überlebte und starb als Ordensfrau im Jahr 2005 im Alter von 97 Jahren. Es war damals im 19./20. Jahrhundert die Zeitspanne der Industrialisierung, die Frömmigkeit wurde durch viele Gläubige gefördert. Der Mai ist zudem ein „Marienmonat“ im religiösen Glauben der katholischen Kirche.

Quellen: Persönliches Interview mit Herrn Pfarrer, Lars Krüger, Wörsdorf, am 29.05.2021

https://www.katholisch.de/artikel/522-geheimnisse-um-fatima-eine-dokumentation

https://www.katholisch.de/artikel/24588-erscheinungen-von-fatima-vor-100-jahren-starb-das-juengste-seherkind

Autorin: Evelyn Gallfuß / 3.06.2021

NASSER BERG – Kastanie

Es gibt eigentlich kaum einen besseren  Ort für einen Überblick über Wörsdorf: auf halbem Weg den Nassen Berg hinauf ist eine Bank unter einer noch jungen Kastanie zu finden, die  nach dem „anstrengenden“ Aufstieg einen schönen Rundblick auf den Goldenen Grund im Wörsbachtal  mit Wörsdorf  und der Wörsbachaue bietet. Auch von Wörsdorfern gerne für einen kleinen Spaziergang genommen – mit oder ohne Hund -, ist der Ort zugleich gelegentlich auch  Ziel  für ein erstes Date, für die Beobachtung des Sylvesterfeuerwerks oder einfach für erste Gehübungen nach Verlassen des Kinderwagens.

Bild: Pitt99 6/20

Die Hohe Straße

Die Hohe Straße – eigentlich nur ein Wirtschaftsweg zur Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen und für den Zugang zu den Aussiedlerhöfen mit Pferdeställen und Hofladen  von der B 275, der L 3277, hat sich im Laufe der Jahre zu einem Weg nicht nur für Spaziergänger wegen der wunderbaren Aussicht auf den goldenen Grund und den Feldberg gemausert, er wird auch von  Radfahrern und sonstigen rollende Freizeitsportlern  gerne genommen. Für Mutige bietet er auch einen Zugang zum weitläufigen Golfgelände jenseits der Landesstraße nach Walsdorf.

Wenige wissen allerdings, dass diese “Hohe Straße” bereits im Mittelalter Teil einer bedeutsamen Verbindung und Handelsroute war. Dieser Straßenzug auf der Kammhöhe des Goldenen Grunds war Teil einer Verbindung von Mainz nach Limburg und zudem überregional Bestandteil des Handelsweges von Paris kommend über Trier, Mainz Frankfurt, Fulda, Erfurt nach Leipzig.

Weiterer Informationen dazu finden sich hier: http://www.taunusreiter.de/Altstrassen_Taunus.html

https://www.regionalpark-rheinmain.de/ Hohe Straße

Bahnüberführung Wörsdorf – „Wörsdorfer Tunnel“

Der über hundert Jahre alte Bahntunnel in Wörsdorf stellt  einen Engpass dar, der die Leistungsfähigkeit dieser Straße mehr als einschränkt, sanierungsbedürftig ist und aufgrund seiner geringen Breite zudem ein erhebliches Sicherheitsrisiko sowohl für Autos, insbesondere aber für Fußgänger und Radfahrer darstellt. Er ist ein Anachronismus im Straßennetz des Idsteiner Landes. Nach erheblichen Anstrengungen der Wörsdorfer und Idsteiner Kommunalpolitik besteht begründete Hoffnung, dass dieses Relikt aus dem letzten Jahrhundert umgebaut  werden soll; dies haben Bahn und Hessisches Verkehrsministerium jedenfalls für 2024 in Aussicht gestellt.

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Wo ist Fackenhofen ?

Spätestens 1800 hat der Ort Fackenhofen, gelegen nordwestlich von Wörsdorf  und heute ein Teil der Gemarkung Wörsdorf, als eigenständige Gemeinde,  aufgehört zu existieren. 1271 gab es den ersten schriftlichen Hinweis auf diesen Ort, ohne nennenswerte Spuren in der regionalen Historie zu hinterlassen. Immerhin  gab es dort einen Hof des Klosters Walsdorf, daher stammt der Flurname „Nonnenstück“. Eine gewisse Bedeutung ergab sich aus seiner Lage an der „Hohen Straße“ die Teil eines Handelsweges von Frankfurt nach Köln war. Seine „Blütezeit“ waren die Jahre zwischen der Reformation und dem dreißigjährigen Krieg mit um die 14 Haushaltungen und  ungefähr 70 Einwohnern.  Der Blutzoll in diesem Krieg war erheblich, rund 50 sind durch Hunger, Seuchen und den Wirren des dreißigjährigen Krieges umgekommen.  1677 gab es in Fackenhofennur noch 5 Haushaltungen und gehörte zum Gebiet des Grafen Georg August von  Nassau-Idstein-Wiesbaden, der dies dann seiner Frau, der Fürstin Henriette Dorothea von Oettingen  anlässlich ihrer ersten Niederkunft am 31.August 1689 schenkte. Ungefähr 1691 wurde dort deshalb mit dem Bau eines Hofhauses begonnen, die noch vorhandenen Einwohner wurden nach Wörsdorf, Wallrabenstein oder Walsdorf umgesiedelt, das Gut Henriettenthal war geboren und entwickelte sich zu einem beachtlichen landwirtschaftlichen Betrieb, bis es bereits in den früheren 1700er Jahren an Bedeutung verlor und an wechselnde Eigentümer und Besitzer fiel. Fackenhofen war damit Geschichte, bleibt aber ein Teil der Geschichte des heutigen Wörsdorf , denn heute liegen dort in einem Anfang der 80er Jahre entstandenen Neubaugebiet rund um die Erfurter, Weimarer, Rostocker und  Eisennacher  Straße. Noch heute zeugt die Straße „Scheidgraben“ in Wörsdorf von der seinerzeitigen Grenzlinie zwischen Wörsdorf und den Fackenhöfer Feldern. Die heutige Fackenhöfer Weg zwischen Chemnitzer Weg und Scheidgraben ist ein letzter Hinweis auf den Verbindungsweg zwischen Wörsdorf und Fackenhofen. Man muss sich die heutige Regionalbahnlinie und die Autobahn wegdenken, um ein Bild von Fackenhofen zu bekommen, das  heute  versteckt zum Gewerbehof Henriettenthal  geworden ist.

Man braucht etwas Phantasie, um sich auf den Bildern ein mittelalterliches Dorf vorstellen zu können.

Quelle: „Fackenhofen Henriettenthal Wörsdorf – Ein Spaziergang durch 800 Jahre Heimatgeschichte RIMAC Verlag 1999 1.Aufl

Neuer Bahnhof Wörsdorf

20. Oktober 1980 war der Tag, an dem Wörsdorf direkt am Ort an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Der lange Marsch  zum alten Haltepunkt am ehemaligen Hof Henriettenthal, der fast von Beginn der Strecke an zugleich Wörsdorf und Wallrabenstein versorgen sollte, wurde geschlossen.

Der Wörsdorfer Bahnhof – in Bahnsprache nur ein Haltepunkt – bot und bietet  zwar auch heute  nur den Nahverkehrszügen einen Halt, sorgte seitdem aber doch dafür, dass Wiesbaden und Frankfurt bzw. das Rhein-Main Gebiet für Pendler attraktiv wurde und damit Wörsdorf als Wohnstandort deutlich attraktiver machte.  Bald drauf wurde deshalb  der P&R Platz angelegt und später erweitert. Heute fehlt eine sichere und überdachte Radabstellanlage, dafür sind allerdings aktuell im Haushalt der Stadt Idstein Mittel vorgesehen; mal sehen, wann dort das erste Rad verstaut werden kann.

Bild Pitt99 8/13

Bild PN Mai 2021

Alter Bahnhof Wörsdorf

Weit außerhalb Wörsdorfs wurde bereits am 15. Oktober 1878 ein Bahnhof angelegt. Zwar sollte er durch seine Lage Wörsdorf, Walsdorf und Wallrabenstein gleichermaßen einen Bahnanschluss bieten, war aber durch die Notwendigkeit eines langen Fußmarsches wenig attraktiv. Auch damals wurde schon eine Lage in Wörsdorfer Ortsnähe diskutiert, aber im wesentlichen bautechnische Probleme durch den großen Höhenunterschied verhinderten dies bzw. machten den Bau zu teuer. Noch heute weist die leicht ansteigende Strecke am neuen Haltepunkt auf dieses Problem hin, das allerdings die heute stärkeren Lokomotiven ohne Probleme bewältigen können. Immerhin erhielt seinerzeit dieser alte Bahnhof ein stattliches Stationsgebäude und sogar einen Anschluss für Güterverladungen. Das heute an dieser Stelle erbaute Wohnhaus soll noch aus dem Baumaterial des seinerzeitigen Stationsgebäudes errichtet worden sein. An manchen Zimmermannsarbeiten kann man das noch erkennen.

Feuerwehrstützpunkt Wörsdorf

Freiwillige Feuerwehren sind ein überragend wichtiges Element bürgerschaftlicher Selbstverwaltung, haben eine herausragende Funktion zur Gewährleistung der Sicherheit der Bürger einer Gemeinde und sind in vielerlei Hinsicht Kristallisationspunkt des gesellschaftlichen Zusammenhalts jeder Gemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr Wörsdorf wurde 1925  gegründet und löste die bis dahin wenig organisierte und von Bürgern selbst betriebene Vorsorge ab, auch gestützt durch die Aktivitäten der Zünfte und wirtschaftlichen Organisationen, wie dies in früheren Jahrhunderten oft der Fall war. Anlass waren sicher größere Brände in der Zeit davor und wohl auch die wachgehaltene Erinnerung an die schlimme Brandkatastrophe im Oktober 1864, bei dem große Teile des Ortes zerstört wurde und der in der „Untergass“, dem unteren Teil der Hauptstr. und der Sackgasse ihren Ausgang nahm. Die „Brandgasse“ erinnert an diese Katastrophe, die die erste planmäßige und neue Straße war und die zum Wiederaufbau  nach der Zerstörung angelegt wurde.

Zunächst wurde das alte Spritzenhaus Hauptstr. / Ecke Quellenweg als Basis genutzt, später ein Gebäude in der Blinden Gasse, bis in den 30er Jahren ein Gerätehaus an der alten Schule gegenüber der Lukaskirche in Betrieb genommen wurde, das 1967 wegen Baufälligkeit abgerissen und durch das jetzige Feuerwehrgerätehaus ersetzt wurde. Viele ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden Wörsdorfer  Bürger haben dazu beigetragen, ehe es im September 1970 eingeweiht wurde. Während historisch ausschließlich die Brandbekämpfung selbst Aufgabe aller Bürger war, kamen bei den freiwilligen Feuerwehren mit der Zeit weitere Aufgabenbereiche hinzu, wie z.B. technische Hilfeleistungen bei Unfällen, Brandverhütung und Unterstützung bei Überflutungen und Sturmschäden. Sie sind zu einem wesentlichen Element des Gemeindelebens geworden, der Aufbau der  Jugendfeuerwehr ist ein gutes Beispiel dafür.

Der heutige Stützpunkt ist, wie man der öffentlichen politischen Diskussion entnehmen kann, an seine technischen Grenzen gestoßen und wird auf Dauer an diesem Standort in der Gemeindemitte seine Funktion nicht mehr erfüllen können. Das gesamte Augenmerk ist daher darauf zu richten, einen Stützpunkt in Wörsdorf zu erhalten und einen geeigneten Standort in der Gemeinde zu finden, der die Anforderungen an einen optimalen Feuerwehrbetrieb sicherstellt und finanziert werden kann.

Daran schließt sich natürlich die Frage an, was an dem jetzigen Standort, der ja zentral in der Gemeinde gelegen ist, nach einer Verlegung geschehen kann und geschehen sollte. Dies wird sicher zu lebhaften Diskussion auf allen Ebenen in Wörsdorf führen. Im “Wörsdorf Blog” sind dazu auch Aussagen zu finden.

Bild mit Gen. SK Verlag aus Wörsdorf im Wandel der Zeit” 1990 – Um 1930

Wörsdorfpitt 30.9.2020

(Quelle „Wörsdorf im Wandel der Zeit“, Schulz Kirchner Verlag 1990)