Wörsdorf Heute

Straßen in Wörsdorf

Hauptstraße

Bild PN 7/2020

…….der Name ist Programm. Die Hauptstraße quert Wörsdorf auf der gesamten Länge von Süd-Ost nach Nord-West, trägt einen großen Teil des Durchgangsverkehrs – die Gesamttagesbelastung wurde mit 14.000 Kraftfahrzeugen  am Tag errechnet – und verteilt den von Idstein kommenden Verkehr im Zuge der L 3227 im Ort nach Walsdorf, Wallrabenstein und Wallbach. Wenn auch abschnittweise mit Tempo 30 beschildert, so ist sie doch Lärm- und Gefahrenquelle Nr. 1, zumal diese Mittelachse des Ortes für vielen Wege von ihren Bewohnern und Kindern auf dem Weg zur Schule gequert werden muss. Wohnen dominiert in diesem Straßenzug, wenn auch  z.T. größere Betriebe dort ansässig sind.  Sie führt in wesentlichen Teilen durch den Ortskern von Wörsdorf und  unterliegt daher auch hinsichtlich ihrer Bebauung der Wörsdorfer Gestaltungssatzung aus dem Jahr 1992. Baurechtlich ist die Fläche um die Hauptstraße weitgehend  ein Mischgebiet.  Dies und die erhebliche Belastung durch die hohen Verkehrsmengen hat bereits seit mehr als 30 Jahren immer wieder zu Überlegungen und Forderungen für eine Ortsumgehung mit unterschiedlichen Lösungsansätzen geführt, die allesamt aus Gründen der Topographie, der Verkehrsstruktur und naturschutzrechtlichen Erwägungen sowie wegen mangelnder Finanzierbarkeit gescheitert sind. Die Kommunalpolitik bleibt weiter aufgefordert, hier nach tragfähigen Lösungen zu suchen.

Bild Woersdorfpitt 6/20 …..hier beginnt die Hauptstraße
Bild Woersdorfpitt 6/20
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Reichenberger Straße

………..ist die längste der Wörsdorfer Straßen mit ca. 1500 m, umschließt einen großen Teil Wörsdorfs  sozusagen als „Ringstraße“ im Süd-Westen vom Ortseingang aus Idstein her und endet in der Henriettenthaler Str. am Ende ihrer Wohnbebauung. Sie ist die  „Grenze“  zwischen dem Ortskern und der ab den Fünzigern des letzten  Jahrhunderts sich entwickelnden Wohngebiete, die in den Neunzigern abgeschlossen wurde mit dem Wohngebiet um die Adolf-Keller Straße. Sie soll an die alte sudetendeutsche Stadt Reichenberg erinnern, da auch Flüchtlinge aus dem Sudetenlandbei der Besiedlung dieser Straße mitwirkten. Die Lage ist zugleich ihr Problem. Sie wird sehr gerne als Abkürzung für den Weg von Idstein nach Wallbach zur Kreisstraße 515 genutzt, liegt zwar komplett in einer Tempo 30 Zone, was aber, wie immer  zu beobachten, für eilige Autofahrer kein Hindernis zum schneller Fahren darstellt und der das “Rechts vor Links” – Gebot gerne mal übersieht. Sie ist eine reine Wohnstraße, abgesehen von der Apotheke und der Filiale der VR Bank  der Kreuzung mit der Goethestraße einigen Büros von Dienstleistern. Initiativen zur Lösung dieses Problems waren bislang nicht erfolgreich. Gleichwohl wird diese Straße von Anwohnern wegen ihres sonst angenehmen Wohnumfeldes  geschätzt.

Bild PN 6/20 ………….. hier beginnt sie wie fast alle Straßen in Wörsdorf – an einem Kreisel
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Die Ringgasse……………….

trägt ihre Funktion im Namen. Sie umschließt wesentliche Teile des Ortskerns, mit der Lukaskirche als Mittelpunkt, nordwestlich, beginnt und endet in der Hauptstraße. Diese Straße, die in wesentlichen Teilen im Geltungsbereich der Wörsdorfer Gestaltungssatzung aus dem Jahre 1992 liegt, was in mancherlei Hinsicht die bauliche Entwicklung erschwert, zumal  die früher stark landwirtschaftlich geprägte Dorfstruktur und –bebauung  aufgrund des Wandels auch Wörsdorfs von einer dispersen landwirtschaftlichen Nutzung hin zu größeren landwirtschaftlichen Einheiten keinen Bestand mehr hat. Die Folge ist, dass Einheiten vor allem zum Ortskern hin, vor allem in den „Innenquartieren“  derzeit nicht mehr oder „minder“ genutzt werden (Scheunen, Höfe, Stallungen).  Dies trifft insbesondere auch auf die Ringgasse zu. Die Straße wird von Wohnnutzung geprägt, wenn auch einige wenige Dienstleister dort ihr Büro haben. Als Problem werden dort von Anliegern, obwohl Tempo 30 Zone, häufig zu schnelle Autos beklagt und aufgrund der Straßengeographie zu wenig Parkmöglichkeiten. Andere loben die ruhige Wohnlage in Ortskernnähe.

Der Itzbachweg

ist eine Straße mit mehreren Gesichtern: vom nordöstlichen Ortseingang der L 3026  im  führt sie über ca 900 Meter, erst als Straße. dann als Wirtschaftsweg in den Nack zum Spazierengehen und  Wandern, nachdem Autobahn und ICE Strecke unterquert wurden.

Der Itzbach – Bild PN 5/21

Sie ist zugleich der Zugang zu einem kleinen Gewerbegebiet (ausgewiesen als Mischgebiet) mit  bekannten Wörsdorfer Handwerksbetrieben und Dienstleistern, zum größten gehört der Schulz-Kirchner Verlag, und einem IT-Unternehmen, das es schon mal in  der Fachpresse Erwähnung gefunden hat. Er führt ebenso zu einem der größten Wörsdorfer Unternehmen aus der Landwirtschaft, in dessen Getreidelager jährlich am 1.Mai seit mehr als 30 Jahren die bekannte Maifeier durchgeführt wird.. Zugleich ist diese Straße zu Beginn auch Wohngebiet mit einer Reihe von meist Einfamilienhäusern. Von Grenznutzungsproblemen ist nichts bekannt. Großes Problem für die Wohnqualität und zugleich die begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten des ansässigen Gewerbes ist eine Hochspannungsleitung, die unmittelbar an am Rande der Wohnbebauung langführt und des Gewerbeteil quert; verschärft wird dieses Problem durch die aktuell geplante Aufrüstung der bestehenden Wechselstromleitung durch eine Gleichstromkomponente, die hochumstritten ist und von Bürgern und direkt Betroffenen sehr kritisch gesehen wird. Aktuell sind die Aussichten gut, dass im Rahmen des Planungsverfahrens  eine Trassenverlegung möglich werden könnte. Wann entschieden wird, ist völlig offen.

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Bilder Pitt99 7/20

Die Henriettenthaler Straße

….führt zu ihrem Namensgeber, dem Henriettenthaler Hof, der auf der Fläche der vor mehr als 200 Jahren untergegangenen Ortschaft Fackenhofen liegt. Fackenhofen gehörte zum Gebiet des Grafen Georg August von  Nassau-Idstein-Wiesbaden, der Fackenhofen seiner Frau, der Fürstin Henriette Dorothea von Oettingen  anlässlich der Geburt ihrer ersten Niederkunft am 31. August 1689 schenkte. Ungefähr 1691 wurde dort deshalb mit dem Bau eines Hofhauses begonnen,  das Gut Henriettenthal war geboren und entwickelte sich zu einem beachtlichen landwirtschaftlichen Betrieb, bis es bereits in den früheren 1700er Jahren an Bedeutung verlor und an wechselnde Eigentümer und Besitzer fiel, heute ist es ein kleiner, aber aufstrebender Gewerbehof.

Die Henriettenthaler Straße ist Teil der Landestraße 3277, beginnt am Ende der Hauptstraße mit der nicht ungefährlichen Kreuzung mit der Ringgasse und Walsdorfer Straße und endet an der Autobahnbrücke unter der A 3.  Die Bahnüberführung der Regionalbahnstrecke nach Limburg ist ein steter Gefahrenpunkt  wegen seiner Enge und fehlenden Fußwege. Bis zum Chemnitzer Weg von Wohnbebauung gesäumt,  lässt sich der Autofahrer gerne von der ab dort freien Fläche zum „Gasgeben“ verführen und das Tempo 50 Gebot missachten, was immer wieder an der Bushaltestelle Scheidgraben zu schwierigen Situationen führt. Der „Ortsausgang“ ist jedoch erst ca. 150 m weiter beschildert.

Scheidgraben

Der Scheidgraben, ca. 700 m lang, gehört damit zu den etwas längeren Straßen in Wörsdorf und stellt in der Tat auch heute noch eine Art kleiner Grenze dar, im oberen Teil zwischen Bebauung und im unteren Teil zwischen älterer und neuerer Bebauung so ab ca. 80er – 85er Jahre.

Der Scheidgraben hat allerdings durchaus eine historische Bedeutung:

Noch heute zeugt die Straße „Scheidgraben“ in Wörsdorf von der seinerzeitigen Grenzlinie zwischen Wörsdorf und den Fackenhöfer Feldern. Die heutige Fackenhöfer Weg zwischen Chemnitzer Weg und Scheidgraben ist ein letzter Hinweis auf den Verbindungsweg zwischen Wörsdorf und Fackenhofen.

Peter Niere 5.9.2021

……….Weitere Berichte sind in Vorbereitung……..