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Erweiterung und Sanierung des Wörsdorfer Tunnels in Gefahr?

Die Initiative im Februar 2019 im Idsteiner Stadtparlament zur notwendigen Sanierung und Erweiterung des Wörsdorfer Bahntunnels unter der Regionalbahnstrecke und auf der Henriettenthaler Str. in Wörsdorf , angestoßen durch die CDU, ist quer durch die lokale Parteienlandschaft auf Zustimmung gestoßen. Die Hessische Straßenbauverwaltung und die Bahn AG haben Verhandlungen über eine nach dem Eisenbahnförderungsgesetz notwendige gemeinsame Finanzierung und Umsetzung aufgenommen. Als Bautermin wurde schon das Jahr 2025 genannt.

Wie nun bekannt wurde, werde es wahrscheinlich nicht zu einem Ausbau kommen. Wie verlautet wurde, habe die zuständige Behörde für Denkmalschutz im Rahmen der notwendigen Abstimmungsverfahren erhebliche Bedenken geltend gemacht und wohl Auflagen gefordert, die den finanziellen Rahmen für diese Sanierung und Erweiterung gesprengt hätten. Deshalb seien die gemeinsamen Planungsarbeiten von Hessen Mobil und Bahn AG eingestellt worden.

Über diese Entwicklung herrscht allgemein große Enttäuschung und Entsetzen.

Die Landesstraße L 3277 zwischen Wörsdorf und Wallrabenstein ist die einzige Verbindung der Stadt Idstein mit Hünstetten und den dort nachgelagerten Gemeinden. Sie verknüpft direkt und mit vertretbarem Aufwand diese beiden Wirtschaftsräume, stellt den umfangreichen Schulbus- und Schülerverkehr sicher und trägt zudem auch Verkehre nach Bad Camberg (Süd) und Würges. Der über hundert Jahre alte Bahntunnel in Wörsdorf stellt dort jedoch einen Engpass dar, der die Leistungsfähigkeit dieser Verbindung  mehr als einschränkt, sanierungsbedürftig ist und aufgrund seiner geringen Breite zudem ein erhebliches Sicherheitsrisiko insbesondere für Fußgänger und Radfahrer ist. Er ist ein Anachronismus im Straßennetz des Idsteiner Landes und stellt zudem einen erheblichen Standortnachteil dar.

Es ist auch eine Zukunftsfrage für unser Land und auch für den Rheingau-Taunus-Kreis und die  Stadt Idstein, dass die weithin unbestritten vorhandenen Investitionslücken in der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur geschlossen werden müssten. Gemeinhin werde  darunter das Fernstraßennetz diskutiert, aber für uns Idsteiner und den Untertaunus   ist ein sicheres und leistungsfähiges Landesstraßennetz vor Ort mindestens genauso wichtig und ein Rückgrat für die Erschließung in der Fläche. Die angekündigte deutliche Anhebung der Landesstraßenbaumittel im hessischen Haushalt 2022 sollte genügend Spielräume bieten, dieses Nadelöhr im Idsteiner Land zu schließen. Wenn es zu keiner Tunnelerweiterung kommen sollte, müssten schleunigst Alternativen geplant und umgesetzt werden. Dieser Tunnel ist zudem ein erheblicher Gefahrenpunkt, Radfahrer und Fußgänger können diesen Abschnitt nur unter Gefahr für Leib und Leben benutzen. Dies zeigt auch die reduzierte Höchstgeschwindigkeit für KFZ.
Tragbare Alternativen gibt es allerdings kaum und nur verbunden mit erheblichen zusätzlichen Kilometern, was auch nicht im Sinn der Umwelt sein kann.

Denkmalschutz ist zweifellos eine wichtige Sache, denn wer seine Geschichte nicht kennt, kann nur schwer Zukunft gestalten. Andererseits muss bei den Abwägungsprozessen auch den Bedürfnissen der Bevölkerung  an einer sicheren Verkehrsabwicklung zu Fuß, mit dem Rad und dem Auto Rechnung getragen werden. Dies gilt  umso mehr, wenn es sich um eine zentrale Verbindung handelt mit kaum einer Alternative, die im Übrigen wesentlich auch für Schülerverkehre zur Verfügung stehen muss. Der Umweg über den Nassen Berg und Querung des Henriettenthaler Hofes ist keine wirkliche Alternative. Zum einen ist es Privatgelände, zum Anderen ein erheblicher und strapaziöser Umweg. Es sollten daher alle Hebel in Gang gesetzt werden, damit es hier für alle Beteiligten zu einer Lösung kommt und insbesondere auch den Fußgängern und Radfahrern schleunigst eine gefahrlose Verbindung von Wörsdorf nach Hünstetten-Wallrabenstein ermöglicht wird. Im Zweifel muss hier der Denkmalschutz zurückstehen und Kompromisse schließen.

August 2019 PN

Wörsdorfpitt 31.12.2021

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