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Keine Chance für den Wörsdorfer Tunnel?

Mehr Schatten als Licht in der Stellungnahme des Hesssischen Wirtschaftsministeriums zur  Resolution der Hünstettener und Idsteiner CDU zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur

Anfang August 2022 hatten die CDU Stadtverbände Idstein und Hünstetten in einer gemeinsamen Resolution auf die dringend notwendige Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur für die Verkehre zwischen diesen beiden Städte im Untertaunus hingewiesen. Unter anderem ging es um den Verkehrsengpass Wörsdorfer Tunnel, den beklagenswerten Zustand der L 3277 zwischen Wörsdorf und Wallrabenstein, den übermäßigen Durchgangsverkehr in Wörsdorf und die Verbesserung der Busverbindungen zwischen den beiden Städten.

Hierzu liegt nun eine Stellungnahme des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen vor.

Als mehr als enttäuschend empfinden es die Wörsodrfer, dass keinerlei Hoffnung auf einen sicheren Ausbau des Wörsdorfer Tunnels gemacht wird. Der Tunnel sei als Denkmal einzustufen und könne daher nicht verbreitert werden. Außerdem seien dem Ministerium keine Unfallauffälligkeiten bekannt. Deshalb sei auch haushaltsrechtlich keine tragfähige Begründung gegeben. Diese Aussage bedeutet, dass sich an diesem Engpass für lange Zeit zum Schaden der Attraktivität dieses Wirtschaftsstandorts nichts ändern wird. Dies gilt im Übrigen auch für die sichere und attraktive  Radwegverbindung zwischen Idstein und Wallrabenstein. Wie das Ministerium hierzu schreibt, sei  der Neubau des gesamten Radweges im Prozess der Dringlichkeitsbewertung  für Radwege an Landes- und Bundesstraßen zwar  berücksichtigt worden, aber trotzdem nicht in das Planungsprogramm von Hessen Mobil aufgenommen worden und stehe in der Priorität noch hinter anderen Radwegprojekten in ganz Hessen zurück.

Diese Antwort des Ministeriums zeigt einmal mehr, wie notwendig es war, in einer öffentlich beachteten Resolution auf diese Defizite  hinzuweisen. Die regionalen Politikvertreter dürfen daher nicht nachlassen, sich für geeignete Lösungen  für eine Beseitigung dieses Anachronismus in einem modernen Verkehrsnetz für Rad- und Autofahrer einzusetzen, insbesondere auch für ein sicheres Miteinander dieser beiden Verkehrsmittel auch an dieser Stelle.

Diese Enttäuschung gilt im Übrigen auch für die Absage des Ministeriums in ihrer Stellungnahme an eine Sanierung der Landesstraße zwischen Wörsdorf und Wallrabenstein in den nächsten Jahren, die in einem beklagenswerten Zustand ist und andererseits den gesamten Schulbusverkehr und des gesamten sonstigen Verkehr auf dieser Achse bewältigen muss. Und dies, obwohl genügend Haushaltsmittel im Rahmen der Sanierungsoffensive des Landes für seine Straßen zur Verfügung gestellt wurden. Diese Straße trägt einen großen Anteil des Straßenverkehrs zwischen Idstein nach Hünstetten und weiter nach Bad Camberg. Der sehr schlechte Zustand ist sicherheitsgefährdend. Dies ist umso bedeutsamer, als hier auch der gesamte Schulbusverkehr zur Schule nach Wallrabenstein abgewickelt wird und umgekehrt auch der Weg der Hünstettener Kinder, die zur Pestalozzi Schule in Idstein führt.

Insgesamt ist dies eine schlechte Nachricht für Wörsdorf, und zwar nicht nur für die Auto- und Radfahrer, sondern auch für die vielen Schüler, die mit ihren Schulbussen auf eine sichere und pünktliche Bedienung angewiesen sind. Die sehr unsichere Situation in diesem Tunnel für Fußgänger und Zweiradfahrer wird auch dadurch nicht besser, dass ein neues Verkehrsschild ein Überholverbot in diesen Fällen vorschreibt, denn kontrollierbar ist die Einhaltung an dieser Stelle kaum und wird wohl erst dann bedeutsam, wenn ein Unfall passiert ist. Leider ist ein Antrag im Wörsdorfer Ortsbeirat, hilfsweise die Höchstgeschwindigkeit weiter auf 30km/h zu senken, nicht durchgedrungen. Die regionalen Politikvertreter sollte nicht nachlassen in ihrem mehrfach bekundeten Bemühen, hier für sichere Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer zu sorgen.

Wörsdorfpitt 18.11.2022

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